Betania Furuly
2010-01 B.Krueger
STIFTUNG Betania – Furuly Barnehagen (Kindergarten)
(2010-12)
WARM GIBT ES DAS PROJEKT BEI ASF?
Das Projekt liegt in der Finnmark „im Land der verbrannten Erde“. Die geografische Lage und die Menschen mit, denen die FW arbeiten, eröffnen eine Raum sich den Fragen nach der Bedeutung der Geschichte von Okkupation und 2. Weltkrieg in diesem Teil Norwegens anzunähern. Der Kindergarten bietet den Raum für kulturelles Lernen auf dem Hintergrund dieses historischen Ortes und den Strukturen der Pfingstgemeinde in Nordnorwegen.
Der Kindergarten arbeitet mit dem Altenheim in der Form zusammen, dass Kinder dort Besuche machen. Dabei ist die unmittelbare Nachbarschaft zwischen Kindergarten und Altenheim der Stiftung eine Ausgangspunkt auch mit Menschen unterschiedlicher Generation in Kontakt zu kommen.
Besonders der Kontakt durch die Zusammenarbeit mit den Angestellten gibt die Möglichkeiten, etwas darüber zu erfahren, was in den Familien über die Geschichte der Okkupation in diesem Teil von Norwegen erzählt. Gleichzeitig können die FW so die gegenwärtige Bedeutung von Geschichte erforschen.
Der Kindergarten in der Stiftung Betania ist seit 2006 Projektpartner von ASF.
DAS PROJEKT
Der Ort
Alta liegt in Nordnorwegen in der Finnmark (der nördlichsten Region Norwegens). Im Augenblick stellt Betania das nördlichste (ca.70 Grad n.Br.) ASF-Projekt Norwegens überhaupt dar. Der Ort liegt in der größten und zugleich am dünnsten besiedelte Region von Norwegen. Alta ist auch die „Hauptstadt“ - auch wenn es mit seinen ungefähr 17000 Einwohner mit deutschen Augen gesehen kaum vermutet wird. Die nächste größere Stadt ist Tromsö, die 7 Stunden mit dem Bus entfernt und nach Oslo sind es zwei Flugstunden (ueber 2000 km).
Träger
Die Stiftung Betania ist eine Einrichtung der Pfingstgemeinde. Zu der Stiftung gehören ein Wohn- und Tageszentrum für psychiatrische Patienten eine Altenheim und einen Kindergarten.
Der Kindergarten
9 feste Mitarbeiter und der FW arbeiten in dem Kindergarten. Der Kindergarten ist christlich geprägt. 40 Kinder besuchen den Kindergarten. Im Moment sind in drei verschiedenen Gruppen „Blåbæstua“ und „Konglestua“ für Kinder ab einem Jahr. Die „Hytta“ für Kinder ab 2 Jahren. In jeder Gruppe sind drei Mitarbeiter. Im Vergleich zu deutschen Einrichtungen überschaulich. Der FW wird je nach Bedarf in den unterschiedlichen Gruppen eingesetzt. Neben der „Hytta“ (was übrigens einfach Hütte heißt) sind auch die andren zwei Gruppen sehr viel draußen. Selbst bei Minustemperaturen um 20° (also unter Null) spielen die gut eingepackten Kinder draußen. Wenn es wärmer wird sind meist alle Kinder fast den gesamten Tag draußen. Wer also nicht gerne draußen ist, muss das entweder lernen, oder man wird es ein wenig schwer haben. Aber keine Angst: Es wird sich darum gekümmert, dass der Freiwillige nicht friert.
Was wird gemacht? Das Konzept
Kindergärten arbeiten nach dem Bildungsplan des norwegischen Bildungsministeriums. Aufgaben ranken sich um Betreuung, Spiel und erlernen von sozialen und sprachlichen Kompetenzen. Ein Kindergarten soll darüber hinaus ein Treffpunkt der Kulturen sein und die Kinder mit norwegischen Traditionen vertraut machen.
Erwartungen des Projektes an den Freiwilligen
Das Projekt erwartet einen FW, der lernwillig, tolerant, ehrlich und offen ist das System eines norwegischen Kindergartens kennen zu lernen, nachzufragen, wo Fragen auftauchen und sich auch einzugestehen, wenn man manchmal etwas nicht verstanden hat. Die Sprache wird am Anfang ein Problem sein, aber auch mit einer alternativen Kommunikation kann man mit den Kindern und den Angestellten in der Anfangszeit vertraut werde.
Bei Bedarf kann der FW schriftlich zusammentragen, was er von seinem Dienst erwartet in diesem Projekt und welche Motivationen dazugeführt haben, dass er gerade mit ASF in dieses Projekt gekommen ist. Auf dieser Grundlage wird dann im Laufe der ersten Wochen ein Plan entwickelt, der beinhaltet, welche konkreten Aufgaben der FW ausführen kann.
Die wöchentliche Arbeitszeit beträgt 37,5 Stunden. Der vertragliche Urlaub muss im Sommer genommen werden, wenn der Kindergarten geschlossen ist. Ausnahmen sind in Absprache mit der Einrichtung möglich.
DER FREIWILLIGE
Arbeitsaufgaben
Der Freiwillige arbeitete in der Gruppe, wo am meisten Bedarf besteht.
Ein Tagesablauf sieht im Allgemeinen ungefähr folgendermaßen aus:
Neben den festen Tätigkeiten, die jeden Tag anfallen (wie z.B. beim Essen helfen, Anziehen/Ausziehen, Aufräumen, uvm.), gibt es diverse andere Aktivitäten. Beispielsweise wird regelmäßig auf Tour gegangen, zu bestimmten Anlässen gebastelt, mit den Eltern gefrühstückt oder Feste (viele norwegische Traditionen) gefeiert.
Ob der Freiwillige bei der Pflege mitmacht (das heißt Windeln wechseln, auf Klo gehen, etc.) ist freigestellt. Jedoch macht es Sinn mitzuhelfen. Es ist nicht ganz unwichtig, um ein gutes Vertrauensverhältnis zu den Kindern aufzubauen.
Der Freiwillige ist fest im Kindergartenalltag eingebunden aber es besteht die Möglichkeit, in Absprache mit dem Kollegium, auch eigene Ideen einzubringen.
Kontaktperson und Begleitung
Mit Fragen kann sich der FW aber immer an die Leiterin des Kindergartes wenden. Er hat aber auch eine feste Kontaktperson im direkten Arbeitsumfeld.
Wohnsituation
Der FW wohnt in einer kleinen Wohnung (integrierte Küche und Bad) auf dem Gelände von Betania, Tür an Tür mit dem FW im Kindergarten. Betania liegt im Ortsteil Bossekop mit Aussicht auf den Altafjord. Bis ins Zentrum sind es etwa 20 Minuten zu laufen.
Zum nächsten Supermarkt sind es drei Minuten. Dort befinden sich auch mehrere kleinere Geschäfte. Ins „große“ Zentrum sind es ca. 15 Minuten zu Fuß.
Aktivitäten und Kontakte in der Freizeit
Da es in Norwegen allgemein nicht ganz einfach ist, soziale Kontakte zu knüpfen, rate ich dazu, sich möglichst bald eine regelmäßige Freizeitbeschäftigung zu suchen, bei der man Leute mit gleichen Interessen kennen lernt. Möglichkeiten dazu gibt es in Alta recht viele, so gibt es z.B. verschiedenste Sportvereine, ein sehr beliebtes Fitness-Studio, etliche Chöre, Blaskapellen und vieles mehr. Beim Finden des richtigen Freizeitangebots hilft Bernhard, ein ehemaliger ASF-Freiwillige der nun seit 20 Jahren in Alta lebt, gerne weiter! Ausserdem gibt es in Alta an der Hochschule eine internationale Studentengruppe, die immer wieder Treffen und Ausflüge anbietet. Auch das kann eine Möglichkeit sein, Kontakte zu knüpfen (allerdings hauptsächlich zu Nicht-Norwegern).