13.05.2009 Goethe Institut
Gunne Helene Svela, Oslo, 14.august 2009
Um diese Frauen vor Übergriffen aus der Bevölkerung zu beschützen – so heisst es in einem Gesetzentwurf – wurden sie in dem Internierungslager auf Hovedøya untergebracht. Hier sassen sie isoliert von der Gesellschaft.Die beiden Studenten von der Theatergruppe Volumen Express machen den Versuch dieses Gefühl von Isolation und Hoffungslosigkeit einem Publikum zu vermitteln. In der Videodokumentation der Theaterinszenierung treffen wir auf dunkle Räume, schmale Gänge und Körperteile. Gesichter werden nicht gezeigt und so bleiben die Körperteile anonym, wie auch die Frauen dahinter: Die „Deutschenmädchen“ wurden in der Gesellschaft anonymisiert als „Deutschenflittchen“.
Nicht nur die „Deutschenmädchen“ wurden für das, was sie während des Krieges getan hatten, einer besonderen Behandlung ausgesetzt, sondern auch ihre Kinder – die sogenannten „Lebensborn“ Kinder. In ihrer Kindheit und dann auch in der Schule waren viele Kränkungen und Mobbing ausgesetzt.
Hoffen wir, wir lernen heute auch davon. Kinder sind unschuldig, wenn sie geboren werden, ob nun von einem „Deutschenmädchen“ oder von einer deutschen Frau, die Anhängerin des Nationalsozialismus war. Kinder sollen nicht dafür verantwortlich gemacht werden.
Am 13. Mai 2009 wurde im Goetheinstitut lebhaft über die norwegische Nachkriegsgeschichte diskutiert. Zwei Studentinnen stellten ihr Theater- und Ausstellungsprojekt zum Thema „Tyskejenter“ vor, das die wenig behandelte Geschichte norwegischer Frauen aufgreift, die sich während der Okkupation auf Beziehungen mit deutschen Soldaten eingelassen haben und nach dem Krieg in der Gesellschaft geschmäht wurden.
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