Volkstrauertag

Ein Volkstrauertag im Zeichen von ASF

Klingt paradox hat sich aber so ereignet. Aus dem Gedenken an die Gefallenen und die Schrecken in den beiden Kriegen hat sich in Oslo ein Tag des Friedens und der Versöhnung entwickelt. Viele Norweger, der Botschafter, deutsche Soldaten (lebende) und Zeitzeugen geben dem einen vielfältigen Klang und aus einer jahrelangen Tradition heraus ist hier eine sehr eigenständige und schöne Form des Volkstrauertags gewachsen, bei dem aus dem Gedenken an alle Gefallenen heraus ein Zeichen für Frieden und Versöhnung gesetzt werden soll. Auch wird sich um die Verständigung zwischen den beiden Ländern bemüht und ausdrücklich aller Opfer gedacht. Der Botschafter erwähnt in seiner Rede den ersten und zweiten Weltkrieg, die Wiedervereinigung und die Osterweiterung. Das friedliche Europa, das es gilt gegen stark totalitäre Regime und Terror zu verteidigen und zu leben. Der Blick ist also eindeutig in die Zukunft gerichtet und nicht zuletzt da liegt der Einfluss von oder der Berührungspunkt mit ASF. Der Tag beginnt mit einem Gottesdienst in der deutschen Gemeinde, wo ein deutscher, ein norwegischer und ein ASF- Pastor, Veline Backofen, den Gottesdienst leiten. Dieses Dreigestirn sollte uns durch den ganzen Tag begleiten und symbolisiert die verschiedenen anwesenden Menschen und die Idee dieses Tages. Auf dem deutschen Soldatenfriedhof wird der Gefallenen gedacht, Pastoren und Botschafter halten eine deutsche Ansprache und zum Schluss berichtet eine Zeitzeugin sehr lebendig von der Zeit der norwegischen Okkupation. Sie selber hat in jugendlichem Alter Material für den Widerstand geschmuggelt und war in verschiedenen Konzentrationslagern gefangen. Dann zieht sich die Prozession weiter in Richtung ehemaliges Konzentrationslager von Oslo mit dem Namen Grini. Dort werden, diesmal norwegische, Ansprachen gehalten, Zeitzeugen berichten und es wird der Opfer gedacht und für eine bessere Zukunft plädiert. Die ganze Szene bekommt etwas sehr würdevolles und spannendes. Viele Menschen in schwarzen Mänteln, die Soldaten in Uniform, man streift sich die schwarzen Handschuhe über und setzt sich wieder in Bewegung. Die vielen unterschiedlichen Menschen, aus denen diese Gruppe besteht, das Bemühen um Verständigung und für eine bessere Zukunft, das waren die Zeichen dieses Tages und das bedeutet auch für mich ASF. Abschließend gab es ein sehr leckeres Büffet in der deutschen Botschaft, bei dem man sich endlich aufwärmen und mit den vielen Anwesenden ins Gespräch kommen konnte. (Max Streicher, 2006, ASF-Freiwilliger im Jüdischen Wohn- und Senioren-Zentrum Oslo)