Betania Pflegeheim

2008-1 J.Schäfer 2008-8 J.Schäfer 2001-10 Albrecht Bankmann 2002-03 Albrecht Bankmann 2003-02 Patrick Frommberg 2004-2 G Land 2005-1 T Jansen 2005-7 C Czaika 2005-8 T Janssen 2006-1 L Billing 2006-1 R Naab 2006-8 L Billing 2006-8 R Naab

Stiftung Betania:  Bossekop Sykehjem (Bossekop Pflegeheim)

 (2010-12)

Warum gibt es dieses Projekt?

Das Projekt liegt in der Finnmark „im Land der verbrannten Erde“. Der FW arbeitet teilweise mit Menschen, deren psychische Erkrankungen direkt auf traumatische Erlebnisse während des Krieges zurückgehen. Der Freiwillige trifft aber gleichzeitig auch auf alte Mensche, die nicht mehr allein in einer Wohnung leben können und denen in Betania ein neues Zuhause gegeben wird. Das Projekt fördert die Sensibilität im Umgang mit Menschen, die auf Grund von Krankheit und Alter eingeschränkt sind.  In der Arbeit mit diesen Menschen erfahren die FW aber auch ihre eigenen Grenzen, in dem was sie selbst wollen und dem was in einer Situation möglich ist.

Die geografische Lage und die Menschen für, die die FW arbeiten, eröffnen eine Raum zu Gesprächen mit der Generation, die von dem 2. WK betroffen war.

Besonders der Kontakt durch die Zusammenarbeit mit den Angestellten gibt die Möglichkeiten, etwas darüber zu erfahren, was in den Familien über die Geschichte der Okkupation in diesem Teil von Norwegen erzählt. Die Gespräche mit den Angestellten und die Außenkontakte geben die Möglichkeit die Fragen nach der gegenwärtige Bedeutung von Geschichte auszuforschen.

Die Stiftung Betania ist seit 1988 Projektpartner von ASF.

 

DER ORT

Alta liegt in Nordnorwegen in der Finnmark (der nördlichsten Region Norwegens) auf dem ca.70 Grad n.Br. Betania ist das nördlichste ASF-Projekt in Norwegen und damit auch das nördlichste Projekt im gesamten Projektspektrum von ASF. Alta liegt in der grössten und zugleich am dünnsten besiedelten Region. Alta ist  auch die „Hauptstadt“ - auch wenn es mit seinen ungefähr ca 18000 Einwohner mit deutschen Augen gesehen kaum vermutet wird. Die nächste größere Stadt ist Tromsö, die 7 Stunden mit  dem Bus entfernt ist und nach Oslo sind es zwei Flugstunden (über 2000 km).                                                                                                         

 

DAS PROJEKT

Träger

Die Stiftung  Betania ist eine Einrichtung der Pfingstgemeinde.  Zu der Stiftung gehören ein Wohn- und Tageszentrum für psychiatrische Patienten, eine Altenheim und einen Kindergarten.

 

Bewohner

Im Wohnzentrum leben in der Mehrheit alterseingeschränkte Menschen und Menschen mit schweren psychiatrischen Leiden. Die Bewohner sind zwischen 58 und 96 Jahre alt. Die Einrichtung entwickelt sich von einen psychiatrischen Pflegeheim hin zu einem Pflegeheim.

Die Psychiatrie-Patienten sind Langzeitpatienten, bei denen keine Chancen mehr bestehen, dass sie gesund werden, oder soweit wieder behandelt werden können, dass sie ihren Alltag selbständig bewältigen. Die am weitesten verbreitete Krankheit ist hier Schizophrenie, ausserdem Depressionen und zum Teil auch psychische Behinderung. Altersbedingte Leiden kommen hinzu.

 

Was wird gemacht? Konzept

Der Mensch steht im Mittelpunkt. An seinen Bedürfnissen und Fähigkeiten richtet sich die Arbeit in Betania aus. Die Angestellten im Wohnheim sind Krankenschwestern und – pfleger. Die Hauptaufgabe des Personals liegt in der Pflege, Hilfe beim Essen u.a., sodass wenig Zeit für Freizeitaktivitäten mit den Bewohnern bleibt. Hier beginnt die Arbeit des FW. Vordergründig scheint es so, dass der Tagesrhythmus vor allem durch die (sehr zahlreichen) Mahlzeiten bestimmt. Neben den Mahlzeiten gibt es jeden Tag einen festen Programmpunkt, z.B. Bingo, Gymnastik, Gesangstunden u.a. Auch das gehört zu den Aufgaben des FW aber dazu mehr weiter unten

 

Erwartungen des Projektes an den FW allgemein

  • FW solle ehrlich sagen, wenn sie etwas nicht verstehen
  • Betania erwartet eine gewissen Flexibilität, dass die FW in besonderen Fällen Arbeiten über nehmen, wo der Bedarf besteht.
  • FW sollen in der Lage Verständnis aufzubringen  für die Arbeit der Einrichtung  und die Veränderungen, die zwischenzeitlich eintreten können
  • FW versetzen sich in die Art und Weise, wie die Pflege und Milieuarbeit auf Betania organisiert ist.
  • Respekt gegenüber den Patienten soll eine Selbstverständlichkeit sein, ebenso gegenüber dem Personal und seinen Entscheidungen.
  • Betania erwartet, dass die FW Kreativität und Kooperationsfähigkeiten mitbringen und das auch einbringen.  Jedoch sind immer der Zustand und der Bedarf der Patienten der Rahmen und Begrenzung, was an Ideen umgesetzt werden kann. Alle haben ihre Fähigkeiten und  Interessen.
  • Die FW müssen in der Lage sein, für ihre Wohnung nach den festgelegten Regeln zu sorgen, dvs. Putzen und alles was damit zusammenhängt. Das gleich gilt auch, wenn Essen in der Küche geholt wird.
  • Im Blick auf die FW wird gesagt, dass Betania sich hier bemühen will, gerade die Fähigkeiten und Erwartungen der FW möglichst früh herauszufinden.

 

Der FW kann  nach  ca 2-4 Wochen seine Erwartungen und Ziele für seinen Freiwilligendienst formulieren. Das Ziel ist, Aktivitäten zu entwickeln, in denen sich beide Partner - FW und Betania – wieder finden.

Die wöchentliche Arbeitszeit beträgt 37,5 Stunden

 

Die Freiwilligen

Arbeitsaufgaben

Die  Freiwilligen sind zusätzliche Kräfte. Von den täglichen Pflegearbeiten sind sie freigestellt. (Wer aber Interesse hat, dies auch zu machen, kann sich ausprobieren) Die FW helfen beim Frühstück sowie Mittagessen und teilen den Vormittagskaffee für alle Patienten aus. Die Aufgabe der FW liegt vor allem im Aktivitätsbereich.  Hier ist viel Fantasie gefragt. Wichtig ist die eigene Initiative. Es gibt einige regelmäßige Aktivitäten in der Woche, die zum Teil vom Freiwilligen geleitet werden: Gymnastikrunde, Gesangsrunde und freitags gemeinsames Bingospielen (vom FW geleitet). Ausflüge: Der FW kann dies allein machen, wenn er nur mit einem Bewohner unterwegs sind will. Bei Ausflügen mit mehreren Bewohnern muss ein Mitarbeiter von Betania mit dabei sein.

Neben diesen regelmäßigen Aktivitäten bleibt viel Zeit für Gespräche, kleine Spiele oder Spaziergänge mit den Patienten, die jedoch fast immer vom FW dazu motiviert werden müssen.  

Also Eigeninitiative und Kreativität, aber  ebenso Einfühlungsvermögen in die Bedürfnisse der Bewohner sind sehr wichtig Fähigkeiten für die Arbeit auf Betania.                                                                                      

 

Kontaktperson und Begleitung

Im Projekt gibt es zwei Kontakte, die Projektleiterin Hilbjörg Lund und den Kontakt für den Arbeitsbereich Rigmor. Der FW hat regelmäßig  begleitend Gespräche mit der Kontaktperson. (ca. bis Weihnachten wöchentlich, dann nach Absprache) Das Ziel dieser Gespräche ist, Erfahrungen der letzten Woche auszuwerten, neue Projekte zu planen und Probleme zu besprechen.

 

Wohnsituation

Der FW wohnt in einer kleinen Wohnung (integrierte Küche und Bad) auf dem Gelände von Betania, Tür an Tür mit dem FW im Kindergarten. Betania liegt im Ortsteil Bossekop mit Aussicht auf den Altafjord. Bis ins Zentrum sind es etwa 20 Minuten zu laufen.

 

Aktivitäten und Kontakte in der Freizeit

Da es in Norwegen allgemein nicht ganz einfach ist, soziale Kontakte zu knüpfen, ist es ratsam sich möglichst bald eine regelmäßige Freizeitbeschäftigung zu suchen, bei der man Leute mit gleichen Interessen kennen lernt. Möglichkeiten dazu gibt es in Alta recht viele, so gibt es z.B. verschiedenste Sportvereine, ein sehr beliebtes Fitness-Studio, etliche Chöre, Blaskapellen und vieles mehr. Beim Finden des richtigen Freizeitangebots hilft Bernhard, ein ehemaliger ASF-Freiwillige der nun seit 20 Jahren in Alta lebt, gerne weiter! Ausserdem gibt es in Alta an der Hochschule eine internationale Studentengruppe, die immer wieder Treffen und Ausflüge anbietet. Auch das kann eine Möglichkeit sein, Kontakte zu knüpfen (allerdings hauptsächlich zu Nicht-Norwegern).