Signo-Andebu AKS
2001-05 David Neugebauer
2003-03 Zoe Boehlen
2003-04 Matthias Brandt
2004-2 Zoe Boehlen
2004-3 J Stallmann
2004-8 J Stallmann
2005-1 A Schaettiger
2005-7 A Schaettiger
2006-1 R.Schwab
2006-1 T Ostertag
2006-8 R Schwab
2007-2 A Losch
2008-2 W.Wulf.pdf
Stiftung Signo- Andebu Kompetanse Senter – AKS
Warum gibt es das Projekt?
.In AKS lernen die FW ein Modell der Bildungsarbeit für gehörlose und behinderte junge Menschen kennen, indem sich der „Lehrplan“ an den individuellen Fähigkeiten des einzelnen Schülers ausrichtet.
Im Besonderen ermöglicht das Projekt einen ganz speziell Erfahrung des interkulturellen Lernens, weil die FW in einem Umfeld arbeiten, indem akustische Sprache und Zeichensprache gleichberechtigt nebeneinander benutzt sind.
Das Projekt ermöglicht den FW Erfahrungen mit Menschen, die in der NS-Zeit ermordet wurden, weil sie auf Grund der Behinderung als „nichtlebenswert“ beurteilt waren.
In der Zusammenarbeit mit den Angestellten gibt es die Möglichkeiten, zu erfahren, was in den Familien über die Geschichte der Okkupation in diesem Teil von Norwegen erzählt. Die FW so die Möglichkeit Bedeutung von Geschichte in der Gegenwart wahrzunehmen.
DER ORT
Andebu liegt westlich des Oslofjords im Süden von Norwegen. Es ist eine Kommune mit etwa 5000 Einwohnern auf einer Fläche von 186km². Die Kommune besteht aus den drei Ortschaften Andebu, Kodal und Høyjord, die jeweils eine eigene Kirche besitzen.
Das Projekt befindet sich direkt in der Ortschaft Andebu, die in Norwegen als Kleinstadt – jedoch ist alles über eine grossen Fläche verteilt - gilt und deren Name man auf Deutsch mit Entenhausen übersetzen könnte.
In Andebu selber gibt es ein Zentrum mit einem Supermarkt, einem Postschalter, einem Bastelladen, einem Klamottenladen, drei Frisören, einem Sportgeschäft mit Baumarktabteilung, einem Fitnessstudio, einer Bibliothek, einem Blumenladen, einem Restaurant, einer Bank, einer Tankstelle, einem stiftungseigenem Laden, sowie Ärzten und einem Physiotherapeuten. Da die Stiftung einen großen Teil von Andebu darstellt, können sogar die Angestellten beim Supermarkt an der Kasse etwas Zeichensprache. Viel los ist in Andebu allerdings nicht.
Die beiden nächst größeren Städte sind Tønsberg und Sandefjord mit jeweils um die 40.000 Einwohnern. Beide Orte kann man wochentags mit dem Bus erreichen. (Tønsberg auch am Samstag) Nach Oslo sind es etwa 100 km. Mit dem Zug fährt man von Tønsberg aus ca. 1,5h. Allerdings fährt sonntags kein Bus mehr von Tönsberg nach Andebu. Wer ein Auto hat, sollte es mitbringen!
DAS PROJEKT
Der Träger
Die Einrichtung heißt Stiftelsen Signo und ist eine recht große Gehörloseneinrichtung mit verschiedenen Standorten in ganz Norwegen. In Andebu gibt es 4 verschiedenen Bereiche: ADB, AKS, Grantoppen und Nøkkelbo.
· ADB- Andebu Døvblindesenter: ist ein Wohnbereich für Taub-Blinde
· AKS- Andebu Kompetanse- og Skolesenter: ist eine Sonderschule in Form eines Internates für gehörlose Schüler mit weiteren Behinderungen
· Grantoppen: bietet Arbeitsplätze für die gehörlosen Bewohner der Einrichtung
· Nøkkelbo: ist der Wohnbereich für Erwachsene Gehörlose, es wird Erwachsenenbildung angeboten, die rein organisatorisch jedoch zu AKS gehört
Es gibt einen FW im Erwachsenenabteilung, Nøkkelbo und einen FW in der Schule, AKS. Bei einzelnen Aktivitäten können sich die Arbeitsbereiche überschneiden.
Die Bewohner
AKS: Das „Andebu Kompetanse- und Skolesenter“ ist eine Schule mit Wohnmöglichkeit für gehörlose Kinder und Jugendliche, die außerdem auch noch andere geistige und/oder körperliche Behinderungen haben. Die meisten der Schüler wohnen dort auch im Internat. Sie fahren jedes zweite Wochenende sowie in den Ferien nach Hause, wobei nach Hause sowohl Oslo, Stavanger, Bergen als auch Nordnorwegen bedeutet. Die Schüler kommen wirklich aus den unterschiedlichsten Gebieten ganz Norwegens. Einige Schüler wohnen in der Nähe bei ihren Eltern und kommen jeden Tag zur Schule. Manche wohnen in ihrem letzten Schuljahr schon in einem der Erwachsenenhäuser von Nøkkelbo.
Was wird gemacht? Konzept
Es gibt es ca. 15-20 Schüler zwischen 15 und 22 Jahren, die man jede Woche in der Schule antrifft. Es gibt aber auch so genannte „Deltidselever“, das heißt Teilzeitschüler. Die kommen mal für ein oder zwei Wochen, wohnen mit in den Internatshäusern und nehmen am Unterricht teil. Oft sind dann die Eltern dabei und haben die Woche über Gebärdensprachunterricht.
Der Unterricht erfolgt in 4-5 Lerngruppen. Die Schüler erhalten aber auch je nach ihren Möglichkeiten und dem Aufnahmevermögen individuellen Unterricht. In den meisten Fällen in 1:1 Betreuung.
Die Erwartungen des Projektpartners:
Das Projekt erwartet von FW, dass er/sie die Bereitschaft haben sich auf den Dienst in der Einrichtung für Gehörslose einzulassen, um so ein Leben in einer ihnen unbekannten Gesellschaft kennen zu lernen und davon zu lernen.
· der FW soll zu einem funktionierenden Alltag beitragen
· aktive Teilnahme am Arbeitsalltag (auch Rückmeldungen geben)
· Loyalität gegenüber den Methoden der pädagogischen Arbeit
· Der FW soll sich die Gebärdensprache so gut wie möglich aneignen (Kurse)
· Selbstständiges und dennoch gemeinsames Arbeiten
Der FW erhält Kurs in Zeichensprache und das Projekt erwartet, dass der FW bereit ist, die Zeichensprache zu erlernen. Der FW arbeitet im Turnus mit. Die Schulferien sind frei. In dieser Zeit soll auch der vertraglich zusagte Urlaub genommen werden. Ausnahmeregelungen müssen abgesprochen werden.
FW - FREDSARBEIDER
Arbeitsaufgaben
· Teilnahme an der schulischen Förderung – Assistent in der Schule
z.B. Teilnahme am Schwimmunterricht, Betreuung einzelner Schüler, Teilnahme am Tanzunterricht, Schulküche, Ausflüge und Schulalltag.
· Betreuung im Wohn-/Freizeitbereich
z.B. gemeinsames Kochen, Bowling, Shopping, Ski fahren, Rad fahren, verschiedene – Aktivitäten, eventuell Pflegeaufgaben...
· Freizeitgestaltung für die Bewohner – Aktivabende anbieten
Da die Arbeit sehr vielfältig sein kann und auch individuell vom einzelnen Freiwilligen abhängt, gibt diese kurze Liste nur einen geringen Einblick in die Aufgabenvielfalt.
Je nach den Fähigkeiten und Interessen können die FW im Theater oder in der Band mitarbeiten. Entscheidung wird nach der Ankunft im Projekt mit der Kontaktperson geklärt.
Kontaktperson und Begleitung
Primärkontakt in der Schule ist Björg Biörn, die Undervisningsinspektorin. Sie ist verantwortlich für die Begleitung des FW in Bereich der Schule.
Wohnsituation
Die beiden Fredsarbeider wohnen zusammen in einem schnuckeligen kleinen weißen Häuschen, das deswegen auch „Fredsarbeiderhus“ genannt wird.
Direkte Nachbarn sind zwei Bewohnerhäuser von Nøkkelbo. Im Notfall kann man dort immer um Hilfe fragen.
Das Häuschen liegt nämlich ca. 3 km vom Zentrum Andebus entfernt, was bei gutem Wetter kein großes Problem ist, denn da kann man mal eben mit dem Rad den Berg runter düsen (und danach wieder rauf!), was im Winter aber durchaus eine halbe Stunde Fußmarsch bedeutet (pro Weg).
Der Arbeitsplatz, d.h. die Schule und die Schülerwohnhäuser liegen auch ca. 3 km vom Zentrum entfernt und ca. 1 km vom Fredsarbeiderhus. Man läuft vom Fredsarbeiderhus ca. 10 Minuten zur Schule.
Aktivitäten und Kontakte in der Freizeit
Auf Grund der schlechten Busverbindungen ist es nur schwer möglich richtige Freizeitaktivitäten wahrzunehmen und am sozialen Leben z.B. in Tønsberg teilzunehmen. Der Freiwillige sollte sich hier darauf einstellen ein Jahr mit wenig sozialen Kontakten über das Projekt hinaus auszukommen. Aber es gibt Sportvereine, die Kontaktmöglichkeiten bieten.