Signo Nøkkelbo
2007-1 M.Blumtritt
2006-11 M.Blumtritt
Stiftung Signo Vivo und Signo Grantoppen (Nøkkelbo)
(2010-12)
Warum gibt es das Projekt bei ASF?
Die FW lernen ein Modell von betreutem Wohnen verbunden mit Bildungsarbeit kennen, indem gehörlose und behinderte Menschen je nach ihren Fähigkeiten ein individuelles Arbeits- und Bildungsanbot erhalten. Die Bewohner leben in eigenen Häusern verteilt über den Ort Andebu.
Im Besonderen ermöglicht das Projekt den FW eine ganz spezielle Erfahrung des interkulturellen Lernens, weil sie in einem Umfeld arbeiten, wo akustische Sprache und Gebärdensprache gleichberechtigt nebeneinander benutzt sind.
Das Projekt ermöglicht den FW Erfahrungen mit Menschen, die in der NS-Zeit ermordet wurden, weil diese Menschen auf Grund der Behinderung als „nichtlebenswert“ beurteilt wurden.
In der Zusammenarbeit mit den Angestellten gibt es die Möglichkeiten, zu erfahren, was in den Familien über die Geschichte der Okkupation in diesem Teil von Norwegen erzählt. Gleichzeitig können die FW so die gegenwärtige Bedeutung von Geschichte erforschen.
DER ORT
Andebu liegt westlich des Oslofjords im Süden von Norwegen. Es ist eine Kommune mit etwa 5000 Einwohnern auf einer Fläche von 186 km². Die Kommune besteht aus den drei Ortschaften Andebu, Kodal und Høyjord, die jeweils eine eigene Kirche besitzen. Das Projekt befindet sich direkt in der Ortschaft Andebu, die in Norwegen als Kleinstadt gilt und deren Name man auf Deutsch mit Entenhausen übersetzen könnte.
In Andebu selber gibt es ein Zentrum mit einem Supermarkt, einem Postschalter, einem Bastelladen, einem Klamottenladen, drei Frisören, einem Sportgeschäft mit Baumarktabteilung, einem Fitnessstudio, einer Bibliothek, einem Blumenladen, einem Restaurant, einer Bank, einer Tankstelle, einem stiftungseigenem Laden, sowie Ärzten und einem Physiotherapeuten. Da die Stiftung einen großen Teil von Andebu darstellt, können sogar die Angestellten beim Supermarkt an der Kasse etwas Zeichensprache. Viel los ist in Andebu allerdings nicht
Die beiden nächst größeren Städte sind Tønsberg und Sandefjord mit jeweils um die 30.000 Einwohnern. Beide Orte kann man wochentags mit dem Bus erreichen. (Tønsberg auch am Samstag) Nach Oslo sind es etwa 100 km. Mit dem Zug fährt man von Tønsberg aus ca. 1,5h. ein Auto wäre wirklich hilfreich.
DAS PROJEKT
Der Träger
Die Stiftung heißt Stiftelsen Signo und ist eine große Gehörloseneinrichtung mit verschiedenen Standorten in ganz Norwegen. In Andebu gibt es 4 verschiedene Bereiche: ADB, AKS, Grantoppen und Nøkkelbo.
- ADB- Andebu Døvblindesenter: ist der Wohn- und Schulbereich für Taub-Blinde
- AKS- Andebu Kompetanse- og Skolesenter: ist eine Sonderschule in Form eines Internates für gehörlose Schüler mit weiteren Behinderungen
-Signo Grantoppen: bietet Arbeitsplätze für die gehörlosen Bewohner der Einrichtung
- Signo Vivo: ist der Wohn- und Schulbereich für Erwachsene Gehörlose
Ein Freiwilliger ist in Signo Grantoppen und Signo Vivo, der andere ist in AKS, der Spezialschule. Die FW arbeiten also in unterschiedlichen Abteilungen. Während des Aktivitätsabends und des Gottesdienstes arbeiten die Freiwilligen zusammen. Ausserdem gibt es die Möglichkeit bei Maximus, der Gehörlosen Band, und dem Theater mitarbeiten.
Signo Vivo
Die Bewohner
In Signo Vivo leben erwachsene gehörlose Menschen mit zusätzlichen anderen Behinderungen zusammen. Signo Vivo ist ein Modell von betreutem Wohnen. Die Menschen haben ihre eigene Wohnung in Häusern verteilt über den Ort Anbedu
Was wird gemacht? Das Konzept
SignoVivo ist eine diakonale Einrichtung, die die Bedürfnissen von gehörlosen Menschen ins Zentrum setzt. Sie finden hier Wohn-, Arbeits- Bildungs- und Freizeitangebote und eine Kommunikationsmilieu in Zeichensprache.
Die Erwartungen des Projektes an die FW
Der FW erhält Kurs in Zeichensprache und Norwegisch. Das Projekt erwartet, dass der FW bereit ist, sich diese beide Sprachen anzueignen. Das Projekt sieht in den FW eine zusätzliche Kraft im System der Stiftung Signo, die Impulse aus einer anderen Kultur mitbringt und einbringen.
Der FW arbeitet im Turnus. Die wöchentliche Arbeitzeit umfasst 35 Stunden.
Signo Grantoppen
Signo Grantoppen ist der Arbeitsbereich für die Erwachsenen Behinderten. Nach der Schuele leben in den Bewohnerhäusern und gehen auch zur Arbeit. Da gibt es die verschiedensten Bereiche. Die Aktivitätengruppe, die Schreinerei, eine Servicegruppe, die auch alles repariert und eine Weberei. Je nach den Möglichkeiten des Behinderten gehen sie zu einer dieser Arbeitstellen.
FREIWILLIGE
Arbeitsaufgaben
In der Regel ist der FW an ein Haus gebunden, arbeitet aber auch im Aktivitäts- und Freizeitbereich mit.
Bei dem Aktivabenden [jeden 2. Freitag] arbeitet der Nøkkelbofreiwillige zusammen mit dem AKS Freiwilligen.
Je nach Interessen und Fähigkeiten arbeitet jeweils einer der FW im Theater der andere in der Band mit. Die Entscheidung wird im Gespräch mit der Kontaktperson getroffen.
Montags und mittwochs arbeitet der Freiwillige in der Aktivitätsbase, um gemeinsame Aktivitäten zu organisieren. Dort ist viel Eigenengagement gefragt, damit die Bewohner auch wirklich aktiviert werden. Wenn der Freiwillige dieses Engagement nicht zeigt, passiert es schnell, dass er viel herumsitzt.
Montagvormittag begleitet der FW Bewohner in die Schwimmhalle. Nach dem Lunch arbeitet er zusammen mit einem einzelnen Bewohner.
Mittwoch ist ein fester Ausflugstag und der FW unterstützt hier die Bewohner und hilft dem Personal.
Dienstag und Donnerstag arbeitet der FW in einem festen Haus in Signo Vivo und hilft da den Bewohnern und auch dem Personal.
Freitag arbeitet der FW wieder in einer Einrichtung von Signo Grantoppen. Je nachdem, wofür sich de FW interessiert.
Jede zweite Woche Freitags, findet ein Aktikveld, ein Aktivitätenabend statt, der aus einer FW Initiative entstanden ist und die bis heute besteht. Hier arbeiten der AKS FW und der Signo Vivo zusammen.In der Einarbeitungszeit wird der Aktivabend von den Mitarbeitern des Freizeitbüros begleitet. Auch Bewohner haben ihre Aufgabe beim dem Aktivitätsabend. Der Abend beginnt um 18 Uhr für die Bewohner. Meistens gibt es einen Kiosk und dann verschiedene Veranstaltungen, wie z.B. einen Film zu zeigen, Spiele zusammen zu spielen, zusammen zu basteln. (Siehe Vorschläge im Buch) Hier sind den Vorstellungen keine Grenzen gesetzt und es macht immer Spaß. Beendet wird der Abend meistens nach 1 bis 1 ½ Stunden.
Eigeninitiativ, aber auch Einfühlungsvermögen in die Bedürfnisse der Bewohner sind eine wichtige Voraussetzung für den Dienst in Nökkelbo. Indem man sich die Bewohner anschaut, versucht sie zu verstehen, kann man einen Draht zu ihnen aufbauen. Auf dieser Grundlage fällt es mit der Zeit auch immer leichter fällt, etwas zu organisieren oder zu unternehmen, was dem jeweiligen Bewohner gefällt. Der Freiwillige arbeitet nach einem Wochenplan, der in den begleitenden Gesprächen mit den Kontaktpersonen entwickelt wird.
Kontaktperson und Begleitung
Kontaktpersonen sind Bent und Renee. In der Einarbeitung wird im Gespräch mit den FW ein Wochenplan erstellt und regelmässig finden begleitende Gespräche statt.
Wohnsituation
Die beiden Fredsarbeider wohnen zusammen in einem schnuckeligen kleinen weißen Häuschen, das deswegen auch „Fredsarbeiderhus“ genannt wird. Direkte Nachbarn sind zwei Bewohnerhäuser von Signo Vivo. Das Häuschen liegt nämlich ca. 3 km vom Zentrum Andebus entfernt, was bei gutem Wetter kein großes Problem ist, denn da kann man mal eben mit dem Rad den Berg runter düsen (und danach wieder rauf!), was im Winter aber durchaus eine halbe Stunde Fußmarsch bedeutet (pro Weg).
Aktivitäten und Kontakte in der Freizeit
Andebu ist zwar mehr oder weniger eine Kleinstadt, aber das alles ist nicht gerade klein gefasst, sondern ist manchmal mit dem Rad sogar eher erschwerlich zu meistern. Die FW haben eigene Fahrräder (reperaturbedürftig) zur Verfügung, die man gut nehmen kann um zu den Einsatzstätten in Andebu Zentrum (10 Radminuten) oder Sukke Gård (3 Radminuten) zu gelangen.
Auf Grund der schlechten Busverbindungen ist es nur schwer möglich richtige Freizeitaktivitäten wahrzunehmen und am sozialen Leben besp. in Tønsberg [der nächstgrößeren Stadt] teilzunehmen, denn in Andebu selber gibt es keine solcher Aktivitäten. Der Freiwillige sollte sich hier darauf einstellen ein Jahr mit sehr wenig sozialen Kontakten auszukommen.