Soltun FHS

2001-08 Martina Krueger 2002-03 Gronau Anja S 2003-12 Marius Bayer 2005-01 T Dassler 2006-01 M D Raasch 2007-05 J Kuemstedt 2007-08 R Simon 2008-01 J Krause

Soltun Folkehøgskole (FHS)

 (2010-10)

Warum gibt es dieses Projekt bei ASF?

Die Folkehøgskolen sind eine spezielles Modell der politischen Bildung für Jugendliche zwischen dem Abschluss der Schule und der weiteren Ausbildung. Auf  Soltun lernen behinderte und nicht behinderte Schüler aus verschiedenen Ländern zusammen. Der Integrationsgedanke liegt allen Angeboten zu Grunde. Eine besonders Angebot eine Unterrichtslinie, die Methoden der  Friedenspädagogik vermittelt.

Soltun fördert und wünscht von den FW,  dass sie Angebote für die Schüler zum Thema Erinnerung an den 2.Weltkrieg und Verständigung zwischen den Völkern  entwickeln und durchführen. Die  Zusammenarbeit mit den Angestellten und Lehrern der Schule eröffnet  den FW die Möglichkeit, etwas darüber zu erfahren, was in den Familien über die Geschichte der Okkupation in diesem Teil von Norwegen erzählt wird. Ausgehend von eigene Fragestellungen, können die FW so die gegenwärtige Bedeutung von Geschichte in diesem Teil von Norwegen erforschen. Die Soltun FHS ist seit 1985 Projektpartner von ASF.

 

Der Ort

Die Soltun FHS liegt in Nordnorwegen. 5 Km entfernt liegt das Dorf Evenskjer mit 3500 Einwohnern. Die nächstliegende Stadt ist Harstad (23.000 Einwohner), eine Autofahrt von Soltun nach Harstad dauert ca. 45 Minuten. An dieser Stelle sei  erwähnt, dass es für die Soltun Freiwilligen von großem Vorteil ist einen Führerschein zu besitzen. Die nächste „große“ Stadt ist Tromsø (65.000 Einwohner), eine Autofahrt dorthin dauert ungefähr 4 Stunden, eine Bootfahrt mindestens 2,5 Stunden. Nicht weit von Soltun entfernt ist eine Bushaltestelle mit Anbindungen nach Narvik, Harstad und zum Flugplatz (Harstad/ Narvik, Evenes).

Zugverbindungen gibt es nicht, die nördlichste Zugstation ist Narvik. Oslo ist ca 1500 km entfernt. Für eine Zug- und Busfahrt nach Oslo benötigt man einen gesamten Tag. Dementsprechend oft wird hier das Flugzeug benutzt.

Die nähere Umgebung Soltuns ist wunderschön und idyllisch: Soltun liegt auf einem Hügel direkt an einem Fjord, durch die erhöhte Lage der Schule hat man einen wunderbaren Ausblick auf das Wasser und die angrenzende Berglandschaft. Direkt neben der Schule ist ein Waldgebiet, in dem man im Sommer ausgezeichnet wandern kann

 

DAS PROJEKT

Der Träger

Die Soltun FHS wurde 1974 durch die „methodistische Kirche Norwegen“ gegründet. Die Schule hat 70 Plätze. Einige der Angestellten sind sehr gläubig. Ein Grossteil der Schüler hingegen ist nicht religiös. Alle Aktivitäten mit eindeutig religiösem Bezug sind freiwillig. Auf Soltun arbeiten ca. 20 Angestellte, in Bereichen der Bildung Verwaltung und Hauswirtschaft.

 

Die Schüler

Durchschnittlich nehmen ca. 40 bis 50 Schüler an einem Schuljahr teil. Die Schüler sind in der Regel zwischen 17 und 22 Jahre alt. Der Anteil der Schüler, die besondere Unterstützung brauchen  liegt bei ca. 20%. Das Spektrum reicht dabei von körperlicher und geistiger Behinderung bis hin zu Schülern mit geringen sozialen Kompetenzen.  Die Schule wird auch von ausländischen Schülern besucht. Ein Jahr an der FHS bietet Orientierung, welchen Weg die Schüler in der Zukunft gehen wollen. Es geht um die Entfaltung der Persönlichkeit; Selbstständigkeit und eigenverantwortliches Handeln; Kreativität; soziale Kompetenzen wie Toleranz, Friedfertigkeit, die Fähigkeit Problemen/ Konflikten ohne Gewalt zu begegnen oder der respektvolle Umgang mit gesellschaftlichen sowie kulturellen Werte- und Normvorstellungen.

 

Was wird gemacht? Das Konzept

Mitte der 70er Jahre war Soltun eine der ersten FHS, die ein Unterrichtsprogramm für Nichtbehinderter und behinderter Menschen angeboten haben. Die Schule nimmt auch Menschen auf, die aus schwierigen sozialen Verhältnissen oder Familien kommen. Das Zusammenleben von jungen Menschen aus Norwegen und anderen Ländern fördert den Kulturaustausches und der Völkerverständigung. Aus dieser Entwicklung ging Ende der 90iger Jahre das Unterrichtsangebot hervor, das speziell Friedenspädagogik vermittelt. „Schule für den Frieden“ ist  ein Konzept, dass das Profil der Schule erweitert.  Integration und Konfliktlösung sind zentral Punkte des Unterrichtsangebotes.

 

Erwartungen des Projektes an die FW

Die Schule erwartet, dass sich die Freiwilligen aktiv und eigenständig in den Schulalltag einbringen. In den meisten Fällen haben die FW ihre Aufgaben in der Linie für Friluftsliv – Aktivtäten in der Natur (siehe Projektberichte) und „Allsidig“ , ein Fach, das sich speziell an behinderte Schüler richten. Der alltägliche Hilfsbedarf der Schüler soll weitestgehend von den FW gedeckt werden. Die FW soll konfliktlösend und integrierend auf das Schülermilieu einwirken. Hier kann der FW einfachen Hilfestellung geben oder auch  eigenen Projektedurchführen. Weiterhin erwartet Schule, dass die FW an den organisatorischen Schulabläufen teilnehmen.

Die Wochenarbeitszeit beträgt 37,5 Stunden.  Der Urlaub beträgt 30 Tage und ist in den Ferien der Schule zu nehmen.

 

Die FREIWILLIGEN

Arbeitsaufgaben

Der FW hat zwei Hauptaufgaben: Einzelbegleitung von Schülern und integrative Arbeit im gesamten Milieu.

Der FW macht Angebote, an denen alle Schüler teilnehmen können. Hier kann er sich nach seinen Interessen und Fähigkeiten einbringen, so z.B einen wöchentlichen Kurs anbieten. Ein festes Forum hierfür bietet auch der wöchentliche Kafekveld. Das ist ein Programmabend, der ganz in den Händen der Freiwilligen liegt. Es gibt keine Vorgabe von der Schule, was genau gemacht werden soll.

 

Die Fw sind integriert in Anbote, die das Profil der Schule repräsentieren. Darunter fällt z.B. die Mitarbeit an dem jährlichen Friedensfestival, dem dt./ norw. Versöhnungsfest zum 8. Mai und einem Filmfestival.

 

Von Mitte Mai bis Mitte August findet kein Unterricht statt. In dieser Zeit sind die Arbeitsaufgaben für den FW nicht eindeutig geklärt. Von daher bietet sich hier die Chance Menschen, Kultur und Umgebung kennenzulernen. Gleichzeitig findet sich hier das erste Praxisfeld die eigene Sprachkompetenz zu entwickeln.

 

Wohnsituation

Jeder FW hat seine eigene kleine Wohnung mit Kochnische und Bad. Der Kühlschrank wird geteilt. Die Wohnung liegt auf Schulgelände.

 

Aktivitäten und Kontakte in der Freizeit

Arbeit und Freizeit sind an einer FHS schwer zu trennen und das kann dazu führen, dass der FW  ausschliesslich Kontakte auf Soltun hat. Die Natur und Stadt bieten vielfältige Möglichkeiten der Freizeitgestaltung.